6 Fragen, die sich sich vor dem Beauftragen eines teuren Anwalts stellen sollten

Tipps zum Sparen von Anwaltskosten:

Hier finden Sie die wichtigsten sechs Fragen, die Sie sich vor der Beauftragung eines Rechtsanwaltes unbedingt stellen sollten, um bares Geld zu sparen.

Frage 1: Wann lohnt sich der Gang zum Anwalt?

Dies hängt sowohl für den Beklagten als auch für den potenzieller Kläger entscheidend von der jeweiligen Sachlage ab.

Vor einer Inanspruchnahme eines Anwalts sollten Sie stets eine Abwägung zwischen zwei Punkte vornehmen.

Behalten Sie folgendes im Blick:
  • den im Raum stehenden Schaden (respektive Schadensersatz)
  • den Zeit- und Kostenaufwand, den eine gerichtliche Auseinandersetzung naturgemäß mit sich bringt.

Beides steigt in aller Regel mit zunehmendem Streitwert.

Frage 2: Woher weiß ich, dass genau dieser Anwalt auch der Richtige für mich ist?

Die meisten Anwälte haben sich auf ein bestimmtes Fachgebiet wie etwa Arbeitsrecht, Mietrecht oder Verkehrsrecht spezialisiert. Diese kennen sich in ihrem jeweiligen Fachgebiet naturgemäß weitaus besser aus als Anwälte, die sich in der Regel für sämtliche allgemeine Rechtsfragen bewandert fühlen.

Von mindestens ebenso großer Wichtigkeit ist jedoch, dass Sie sich für einen Anwalt entscheiden, der Ihnen persönlich liegt, von dem Sie sich verstanden fühlen und von dem Sie nicht den Eindruck haben, er wäre ohnehin schon überlastet und würde Ihre Interessen aus Zeitmangel so ganz nebenbei vertreten!

Frage 3: Ich habe doch eine Rechtsschutzpolice – zahlt die nicht ohnehin meinen Anwalt?

Verlassen Sie sich nicht darauf, sondern klären Sie diesen Punkt unbedingt bereits vor dem Anwaltsbesuch mit Ihrer Rechtsschutzversicherung ab!

Sowohl laut den Verbraucherschutzverbänden als auch laut dem aktuellen Jahresbericht des Rechtsschutz-Ombudsmannes müssen Kunden von Rechtsschutzversicherungen oftmals gerichtlich durch mehrere Instanzen um die Leistungszusage kämpfen.

Am besten ist es, wenn Sie bereits vor Abschluss einer Rechtsschutzversicherung die Leistungen der Anbieter genau miteinander vergleichen.

Frage 4: Mich haut so leicht nichts um. Warum sollte ich nicht vor Gericht ziehen?

Sie sollten auch als nervenstarker Mensch keinesfalls die zeitliche und psychische Belastung unterschätzen, die ein Gerichtsverfahren mit sich bringt. So beherrschen insbesondere die Rechtsabteilungen großer Firmen meisterhaft die Kunst der juristisch gerade noch erlaubten Prozessverzögerung und lieben es, auf ungünstige Urteile mit einer Berufung oder Revision zu reagieren.

JMM_0564.JPGBy jmiltenburg - morguefile.comAuch verfügen diese – im Unterschied zu den allermeisten Privatpersonen – über praktisch unbeschränkte finanzielle Mittel. Dies versetzt sie in die Lage, fast beliebig viele Gutachter und Zeugen in den Prozess einzuführen, was unabsehbare Auswirkungen auf die Gesamtprozessdauer und deren Kosten haben kann.

Frage 5: Was hat der Prozessgegner davon, Prozesse zu verschleppen?

Das eigentliche Ziel einer solchen Verhandlungstaktik ist es zumeist, den Prozessgegner solange zu zermürben bis dieser entnervt aufgibt oder zumindest einem Vergleich zustimmt, der seinen berechtigten Ansprüchen eigentlich nicht gerecht wird.

Auch besitzt diese Taktik präventiven Charakter, denn mit ihr sollen potenzielle Kläger bereits im Vorfeld vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung abgeschreckt werden.

Frage 6: Kann mir ein Anwalt auch bei außergerichtlichen Einigungen helfen?

Ja, ein Anwalt kann auch bei außergerichtlichen Vergleichsangeboten ganz wesentlich dazu beitragen, Ihre Ansprüche durchzusetzen.

Auch weiß ein erfahrener Anwalt aufgrund seiner beruflichen Praxis:
  1. ob und falls ja, welche Ansprüche Sie überhaupt haben und
  2. ob sich diese auch mit einer realistischen Aussicht auf Erfolg einklagen lassen.